Allem voran: Erst mal herzlichen Dank für Ihre & Eure Unterstützung der kirchlichen Arbeitsfelder! Ihre und Eure Kirchenmitgliedschaft trägt einen wertvollen Teil dazu bei, dass die Kirchengemeinden auch während Corona grundsätzlich handlungsfähig bleiben. Gleichzeitig spüren wir in mehrfacher Hinsicht die besorgniserregenden Auswirkungen der Corona-Krise. Auch bei uns stehen Personalstellen und die Weiterunterhaltung von Gebäuden ganz klar zur Disposition – auch die Weiterunterhaltung des Paul-Schneider-Gemeindezentrums. Hinzu kommen seit Jahren schon wesentlich mehr Bestattungen als Taufen und Kirchenaufnahmen. Das bedeutet: Auch auf uns kommen – viel schneller als erwartet – einschneidende Veränderungen zu – ohne Wenn und Aber. Tragisch für die Kirchen ist auch die Tatsache, dass deutschlandweit viele jüngere Menschen zusammen mit ihrem ersten Gehaltszettel einen Kirchenaustritt erwägen. Meistens auch deshalb, weil nicht transparent genug erscheint, was die Kirchen alles Gutes tun und für welche Krisenbereiche und auch für welche sehr notvollen Brennpunkte die Kirche sich einsetzt. Auch das Märchen, dass die evangelischen Kirchen „reich“ seien, wird durch bei einem präziseren zweiten Blick ganz klar widerlegt.

Möchten Sie wissen, was mit Ihren Kirchensteuern alles Gutes gemacht wird? Gern können Sie uns kontaktieren, und gern versuchen wir auch, alle Ihre/Eure Fragen zu beantworten. Sympathisch finden wir übrigens auch die Idee, die auf der obersten Ebene der EKD diskutiert wurde und wird: nämlich einen reduzierten Mitgliederbeitrag für junge Leute in den ersten Berufsjahren.

Nicht so ganz gut recherchiert, aber auch nicht in allen Sachfragen falsch, haben zwei ARD-Leute mal versucht, eine Sendung über das Thema „Kirchensteuer“ zu produzieren, die vielleicht als ein – wenn auch unscharfer – erster Gesprächs-Impuls hier genannt werden kann. Hier der Link dahin: https://www.tagesschau.de/multimedia/audio/podcast-mal-angenommen-kirchensteuer-abschaffen-101.html

Nebenbei angemerkt: Problematisch sind auch einige Vorurteile – zum Beispiel, dass es den amtierenden Pfarrerinnen und Pfarrern (durchschnittlich sind es übrigens 60 Wochenarbeitsstunden, die jedoch ganz klar sehr gern geleistet werden!) finanziell überdurchschnittlich gut gehe – was aber nach Abzug der zum Teil abenteuerlich hohen Mieten für die manchmal extrem maroden und Energie-ungünstigen Pfarrhäuser bzw. Dienstwohnungen schon ganz anders aussieht. Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben die meisten von uns noch nie gesehen – was auch okay ist, aber wovon die meisten Gemeindeglieder gar nichts wissen. Das erste Gehalt (umgerechnet nicht mal ein vierstelliger Euro-Betrag – abzüglich Krankversicherung, Beihilfe-Beiträge, Kirchensteuer, Wohnungsmiete usw.) haben die Pfarrerinnen und Pfarrer erst im Vikariat gesehen (nach mindestens 7 Jahren Studium plus Examenszeit – und auf die zweieinhalb Jahre Vikariat folgten dann noch drei Jahre Probedienst plus evt. erst noch Assessment-Center – Einstieg ins Pfarramt und erstes „richtiges Gehalt“ also erst frühestens nach ca. 12 Jahren „Ausbildungszeit“ möglich. Will sagen: Zum Pfarramt muss schon eine gehörige Portion Idealismus bzw. Sendungsbewusstsein gehören – aber das bringen die meisten ja mit – weil der Beruf aus vielfacher Innensicht summa summarum einer der schönsten und vielseitigsten überhaupt ist – und weil viele es als eine große Ehre ansehen, Gott zu dienen, ihm die Ehre zu geben – und immer wieder an irgendeiner „Ecke“ Gutes tun zu können.